Tag 4: Von der Surselva ins Wallis: Schafft der i3 die Drei-Pässe-Tour?

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Heute stand die „Grand Tour der Alpen“ auf dem Programm. Die Strecke von Flims nach Leukerbad führt durch die Bündner Surselva, das Tessin, die Sonnenstube der Schweiz, und über das berühmt berüchtigte Gotthard-Massiv ins Oberwallis. Drei Pässe gilt es zu erklimmen: Den Lukmanierpass, den Gotthardpass und den Furkapass, den mit 2’431 m ü. M. zweithöchsten Pass der Schweiz. Schafft der i3 alle Pässe mit einer Ladung? Wir werden sehen.

Am morgen früh brachen wir – Manuel und Fred – pünktlich auf. Das Bünderland zeigte sich von seiner schönsten Seite: Strahlend blauer Himmel, erfrischende Bergluft und ein atemberaubendes Panorama begrüsste uns an diesem Dienstagmorgen. Der Akku zu 95% voll, und wir guter Dinge für die bevorstehende Panoramafahrt in unserem BMW i3, rollten wir los.

Zuerst führte uns die Strecke durch die Surselva nach Disentis. Dort zweigte die einsame Passtrasse ab, welche uns durch Schluchten, Wälder und Hochebenen, hinauf zum ersten Pass, dem Lukmanierpass, brachte. Wir schlängelten uns den Berg hinauf und erreichten die Passhöhe mit 65% Akku. Pass eins von drei erledigt.

#CrossingBorders: Hier aber nur zwischen den Kantonen Tessin und Graubünden.

Auf der anderen Seite des Passes begrüssten uns beim Abstieg die weiten, grünen Täler des Tessins. Am Vormittag erreichten wir Biasca, dank der Energierückgewinnung wieder mit etwas mehr als 75% Akku, und machten im Swiss Railpark Mittagspause.

Elektrische Pionierarbeit in Biasca

Der Swiss Railpark, situiert hinter dem Bahnhof bei den beindruckenden Santa-Petronilla-Wasserfällen (Geheimtipp!), war früher die Basis der Gotthard-Eisenbahn. Hier wurden früher die Lokomotiven für die Alpenpassage ausgewechselt, da die Flachland-Lokomotiven der starken Steigung der Gotthardbahn nicht gewachsen waren.

Wir handelten uns eine Privatführung durch die Rangierhalle aus, wobei wir rund ein halbes Dutzend traditionsreiche Lokomotiven der Schweizer Eisenbahngeschichte entdecken konnten. Mit dabei war auch das „Krokodil„- die erste elektrische Lokomotive auf der Gotthardbahn.

Nach dem Mittagessen nahmen wir nun selber den Gotthard in Angriff- wenn auch mit einem etwas bescheideren Gefährt. Auch wenn wir selber vor Energie strotzten, zeigte unser i3 in Airolo am Fusse des Gotthards nur noch 60% an. Unsere App zeigte uns die nächste Ladestation erst im Wallis an – das heisst, wir müssten mit der Restladung die zwei hohen Pässe Gotthard und Furka bewältigen. Wird das reichen?

Schlussendlich gingen wir auf Nummer sicher und gingen nach dem Motto „better safe than sorry“ in Airolo an die letzte elektrische Zapfsäule vor dem Pass-Duo.

Wir waren nicht die einzigen mit dieser Idee: An der Ladestation versammelten sich kurz nach unserer Ankunft elektrische Motorräder, selbstgebaute elektrische Autos verschiedenster Couleur, Twikes, Leafs, Zoes und ein E-Bike. Den Teslas schien die Bergettappe keine Angst gemacht zu haben – die rauschten allesamt im Sportmodus an uns vorbei.

Ausserplanmässiger Wave-Treffpunkt: Die letzte Ladestation vor dem Gotthard

Mit 70% geladenem Akku lösten wir uns von der Gruppe und nahmen den geschichtsträchtigen Berg in Angriff. Vorbei an vergessener militärischer Infrastrukur aus dem zweiten Weltkrieg (hie und da sah man die versteckten – als Fels oder Chalet getarnten – Kanonenöffnungen) erklimmten wir auf der alten Passstrasse den Gotthard.

Die alte Passstrasse bestand grösstenteils noch aus Pflastersteinen und war gefühlt zwei Meter breit. Der leise surrende Elektromotor des i3’s brachte die Geräuschkulisse wundervoll zur Geltung – kein störendes Motorgeräusch, kein Heulen des Motors, nur der Wind und das leise Klopfen der Reifen auf den Pflastersteinen.

Die alte Passstrasse oberhalb Airolo mit Blick in die Leventina

Oben angekommen, erstaunlicherweise noch immer mit 60%-Akku, ging’s auf der anderen Seite in den Kanton Uri. Durch alpines Hochland, entlang der Glacier-Express-Route, brausten wir in Richtung Furkapass, den Pass der (offenen) Pässe. Dort wurden wir auf die Probe gestellt: Links und rechts lag Schnee auf der Strasse, es wurde kalt und die Passstrasse wollte nicht enden.

Siehst du uns in all dem Schnee?

Mit 50% Restkapazität erreichten wir die Furka-Passhöhe. Wir lieferten uns kurz eine Schneeballschlacht und lachten über unsere Reichweitenangst: Der i3 hätte alle Pässe problemlos gemeistert. Bei der Abfahrt ins Wallis machten wir noch einen Abstecher zum Rhône-Gletscher. Dort wurden wir mit der Dringlichkeit konfrontiert, die Welt umweltfreundlicher zu machen: Der Gletscher in den letzten fünf Jahren so stark zurück gegangen, dass man ihn aus dem Tal nicht mehr sieht!

Bei der Abfahrt ins Wallis gewannen wir viel Energie zurück, die wir für den Aufstieg investiert hatten. Bis Visp rollten wir mit der zurückgewonnen Energie: Ein Verbrenner hätte an gleicher Stelle bereits den einen oder anderen Liter Benzin verbrennt.

Energie-Rückgewinnung bereitet Freude

Am Ende des Tages erreichten wir Leukerbad mit 40% Restkapazität und stellten fest: Es hätte problemlos ohne Laden gereicht. Im Rückblick waren wir fasziniert, wie geschmiert und einfach die Reise von statten ging – so macht E-Mobilität Spass!