Tag 8: Das Finale – von Küssnacht nach Zug

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Der Tag beginnt mit einem dunkelgrauen Wolkenhimmel, während wir uns – Kersten und Fred –  mit unserem Juicar auf die letzte Etappe der WAVE Trophy vorbereiten. Wir fahren durch dichten aber feinen Regen und biegen rechts ab in Richtung Küssnacht. Wir freuen uns beide über die heutige Fahrt, es wird entspannt, dennoch spüren wir jedoch ein wenig Traurigkeit da wir wissen, dass dies der letzte Tag ist.

Unser Juicar Rally Auto

Bald erreichen wir Küssnacht, wo wir mit frischem Kaffee, Brot und Käse begrüsst werden. Es dauert eine weitere Stunde, bis alle Teilnehmer angefahren sind und ihr Auto, Trike oder E-Motorrad geparkt haben. Wir versuchen uns auf einen ‘E-Auto Gruppentanz’ einzulassen, der von einem Tesla-Model X aufgeführt wird, aber die meisten Autos, auch wenn sie intelligent und elektrisch sind, sind nicht für den Rhythmus geeignet.

Der Tesla-Tanz am Start

Wir fahren ein paar Runden durch die wunderschöne Landschaft, und um unsere nächste Schnitzeljagd-Frage beantworten zu können, besuchen wir eine Biogasfabrik. Z.B.: Wie viel Energie erzeugen 90 Kilo Speisereste im Gegensatz zu 800 Liter Stallmist? Wir finden heraus, dass die Speisereste erwartungsgemäss mehr produzieren als das, was nach dem Verzehr durch die Tiere übrig bleibt. 

Entlang des Vierwaldstättersees verlassen wir kurz die Route und machen einen Abstecher auf die Rigi, die einen atemberaubenden Blick über den See bietet. Wir kämpfen immer noch gegen den Regen und passieren eine Kolonie uralter Traktoren. Wunderschöne Maschinen, perfekt restauriert, aber sonst könnte der Kontrast zu unserem Auto nicht grösser sein: Laut, umweltschädlich und ohne Dach fuhren sie langsam und nass durch den Regen.

Gegen 12 Uhr kommen wir in Brunnen an und werden mit Folks-Musik und einem warmen Mittagessen begrüsst: Hamburger – oder was wie Hamburger aussieht, schmeckt auf jeden Fall wie einer. Jetzt, da wir wieder Energie getankt haben, werden wir mit einer interessanten und aufschlussreichen Präsentation vom ecocoach Team informiert: Eine durchdachte Mischung von Technologien die optimale Energieeffizienz mit Smart Energy verknüpfen sowohl für das Smart Home als auch für kleine Unternehmen.

Im Konvoi über den Ibergeregg

Im Konvoi fahren wir den Ibergeregg hoch und folgen dem Strassenverlauf hinunter über den Sihlsee. Bevor wir Richtung Zug, unserem Endziel, fahren, machen wir in Freienbach einen Zwischenstopp, um eine Insektenfarm zu besuchen, die interessanterweise in einer verlassenen Fleischfabrik liegt. Am Eingang werden wir mit köstlichen Leckereien verwöhnt: Paprika Chips und -kekse aus Heuschrecken und getrockneten Würmern. Guten Appetit! Nachdem wir unser anfängliches Zögern überwunden haben, schmeckt alles überraschend gut. Für ein Bruchteil einer Sekunde kommt uns der Hamburger in den Sinn und wir fragen uns, ob wir ihn probiert hätten, wenn sie aus Insekten gemacht worden wären. Wahrscheinlich nicht. 🙂

Mehlwürmer als Snack

Die Strasse schlängelt sich durch sanfte Hügel, während die Sonne gelegentlich durch die Wolken bricht. Die Stille, mit der wir mit unserem Juicar durch die grüne Welt gleiten, macht alles ein bisschen utopisch und surreal. Mit offenem Dach und Fenstern erreichen wir Zug und schliessen sofort alles, da wir wieder in der realen Welt sind und im Verkehr zwischen Öl-verbrauchenden und Gas-produzierenden Maschinen stehen. Mitten in der Hauptverkehrszeit dauert die letzte Meile etwa 30 Minuten, bis wir die Ziellinie überqueren und das Auto parken. Endstation, perfekt für die Teilnahme am Zuger Seefest um den erfolgreichen Abschluss der Tour zu feiern. Trotz aller Hügel, Umwege und gelegentlich falscher Abbiegungen wurde nur eine halbe Ladung von unserem Akku verbraucht!


Zuger Seefest-Finale

Im Rückblick ist uns klar, dass die Elektromobilität zu einer emissionsfreien Alternative für den täglichen Transportbedarf gereift ist und dass das Fahren eines Elektroautos Spass und Komfort für das Fahren zurückbringt!